Wie schon gesagt, wurde 1936 ein Wasserversorgungsnetz im Kreis Land Hadeln angelegt. Seitdem waren die geschlossenen Ortschaften bestens mit Wasser versorgt, die abgelegenen Häuser und Höfe jedoch noch über 20 Jahre auf Regenwasser angewiesen. Sie konnten sich aber, wie im Abschnitt "Unsere Wasserversorgung" gesagt, mit eigenenen Wasserwagen Leitungswasser aus einem Hydranten im jeweiligen Dorf holen. Das war schon ein großer Fortschritt.
1956 wurde uns eine kostenlose Wasserzuleitung angeboten. Die Hauptleitung zwischen Neuenkirchen und Ihlienworth sollte angezapft werden. Herr Heitsch, der damalige Leiter des Wasserwirtschaftsverbandes, mußte sich nur vergewissern, daß wir das Wasser dann auch abnehmen würden. Wir brauchten nur die Erdarbeiten auf dem Hofplatz zu leisten und die Leitungen ins Haus und im Haus auf eigene Kosten legen zu lassen, alles andere bezahlte der Staat!
Wir waren sehr glücklich über das Angebot und unterschrieben sofort den entsprechenden Vertrag. Die Leitung sollte von uns aus weiter zu dem inzwischen verpachteten Hof Köser und dann zum Altenteilerhaus Köser, zu den Höfen Wilhelm Lange und Adolf Lange führen. Adolf Lange hatte längere Zeit wegen der entsprechenden Kosten Bedenken, willigte dann aber doch ein. Wilhelm Lange handelte wie wir. Rudolf Köser hatte sich in seinem neuen Haus eine elektrische Pumpe in seinem Regenwasserkeller anlegen lassen und weigerte sich konstant, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Das gab einige Verzögerungen, aber schließlich wurde die Leitung zu den vier Höfen genehmigt. Das war eine Freude!
Mein Bruder Gisbert kam aus Olsberg mit einem Lehrling zu uns und legte alle Anschlüsse, auch den ins Backhaus. Dann gab es auch ganz schnell einen elektrischen Warmwasserboiler in unserem kleinen Badezimmer.
Bis wir die Wasserleitung bekamen, habe ich so oft gesagt: "Wie gut, daß wir elektrischen Strom (Licht) haben! Wasser kann man zur Not ins Haus tragen, aber ohne elektrisches Licht und Strom überhaupt, möchte ich, weiß Gott, nicht leben müssen"!