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Kapitel 24


Das Schrubben von Hauswänden und Steinpfaden



Es war ziemlich nutzlos, die früher üblichen Regenrinnen aus Blech an Reetdächern anzubringen. Während das Regenwasser über das Reet lief, wurde es säurehaltig und zerfraß sehr bald das Blech der Rinnen. Also ließ man notgedrungen tropfen, was tropfen wollte. Um aber trockenen Fußes um das Haus gehen zu können, war es allgemein üblich, im notwendigen Abstand vom Mauerwerk Steinpfade von ungefähr 50 cm Breite zu legen. Zwischen Steinpfad und Haus wurde ein breiter und dicker Sandstreifen angelegt, in dem das Regenwasser recht schnell versickern konnte. Der Sand hatte aber auch eine unangenehme Eigenschaft: Er spritzte bei stärkerem Regen sowohl hoch an die Hauswände wie auch auf den Steinpfad. An den Wänden bildete sich oft eine fingerdicke Schicht. Sie hielt die Wand feucht und vermooste sogar, wenn sie länger sitzenblieb. Das war schädlich für die Wände und sah auch nicht gut aus. Man mußte also öfter im Jahr die Wände mit heißem Wasser und Heidschrubbern scheuern. Sehr "saubere" Hausfrauen gingen nach jeder großen Wäsche mit der gebrauchten heißen Seifenlauge ums Haus und nahmen sich die verschmutzten Stellen vor. Oder sie ließen sie von ihren Hausmädchen vornehmen.
Die Steinpfade waren leichter sauber zu halten. Sie wurden gefegt, sobald sie wieder trocken waren und wenn sie gefegt wurden, wurden die Sandstreifen säuberlich geharkt. Aber von Zeit zu Zeit wurden auch die Steinpfade von Hand geschrubbt. Wer täte das heute noch?? Ich habe es mit meinen Mädchen noch getan.
An unseren neuen Dächern sind Rinnen aus Kunststoff, die Sandstreifen sind mit viel guter Muttererde vermischt und mit Koniferen und Blumen bepflanzt. Alles sieht viel schöner aus und macht viel weniger Arbeit.