Von so etwas wie Feierstimmung (siehe Getreideernte) bei der Kohl- und Rübenernte kann ich wirklich nichts berichten.
Rüben wurden als Kraftfutter für unsere Kühe angebaut, ca. 5 ha Kohl dagegen zum Verkauf an die Firma Paulsen, Otterndorf. Da diese Ernten in den Herbst fielen, waren sie fast immer mit schlechtem Wetter verbunden. Und was Regen für unseren Marschboden bedeutet, wissen auch Nichtlandwirte.
Schon das Abschneiden der Kohlköpfe und das Ausziehen und Köpfen der Rüben ist auf glitschigem Boden keine Freude. Da der Abtransport mit einem Ackerwagen ganz unmöglich war, baute man große Schlitten mit Bretteraufsätzen. Diese Schlitten wurden mit jeweils soviel Kohl oder Rüben beladen, wie ein Pferd ziehen konnte. Das richtete sich auch nach der Beschaffenheit des Ackerbodens. Zwei Pferde hätten zu große Spuren hinterlassen. Die Kohlköpfe wurden am Schlackenweg abgeladen und gestapelt, bis - nach Absprache - der Paulsensche Lastwagen kam, um sie abzuholen.
Der größte Teil der Rüben kam in einen großen Käfig auf der Viehdiele, der dort für den Winter aufgebaut wurde. Die Rüben wurden neben ihm gehäckselt und zum größten Teil an das Milchvieh verfüttert. Zum Nachfüllen des Käfigs wurde der Rest der Rüben eingemietet.